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Im Laufe der Zeit haben uns viele Menschen zum Thema «Aufstellungen» kontaktiert, mit ihren ganz individuellen Fragen und Hintergründen. Viele davon durften wir durch ihre Aufstellung im Gruppenseminar oder im Einzel- oder Paar-Coaching begleiten. Auf diese Weise kamen eine grosse Vielfalt an Fragen und ebenso viele Erfahrungen rund die Aufstellungsthematik zusammen. Das «Phänomen Aufstellungen» ist nicht einfach zu erklären. Es ist uns deshalb ein Anliegen, Ihnen und einem breiteren Publikum auf dieser Seite strukturierte und verständliche Informationen zugänglich zu machen - aus erster Hand und von professionell arbeitenden Anbietern. Lesen Sie hier Rückmeldungen von Seminarteilnehmer. Übrigens: Wir führen immer wieder
Abendvorträge zu diesen Themen durch, die
Terminübersicht finden Sie
hier Inhaltsverzeichnis Was sind Systemische Aufstellungen? "Sichtbar machen, was im Verborgenen wirkt, und dafür eine Lösung finden" Gleich vorneweg: Es ist schwierig, die Systemische Aufstellungsarbeit umfassend zu erklären, am besten ist, wenn man es persönlich erlebt. Eine bekannte Kinesiologin und Aufstellerin brachte es treffend auf den Punkt: «Es ist nicht dasselbe, ob ich mir von einem Film erzählen lasse oder wenn ich ins Kino gehe und mir den Film selbst anschaue». Genauso ging es mir, als ich zum allerersten Mal an einem Seminar teilnahm. Natürlich hatte ich vorher etwas darüber gelesen und auch von anderen Personen davon gehört – und natürlich war ich auch kritisch (und sehr unsicher, was da auf mich zukommen sollte!). Als ich jedoch schon nach kurzer Zeit als Stellvertreter in einer Aufstellung stand, begann ich Dimensionen zu erahnen und worum es wirklich geht und was es wirklich mit einem macht. Gerade aus meiner eigenen ersten Erfahrung heraus verstehe ich das Bedürfnis nach ein paar einführenden Erklärungen. Mit der Methode der Systemischen Aufstellungsarbeit (Familienstellen, Berufsaufstellungen, Entscheidungsaufstellungen, Organisationsaufstellungen, Strukturaufstellungen u.v.a.m.) können neue Einsichten im Zusammenhang mit Schwierigkeiten in der Familie, der Partnerschaft, in beruflichen Situationen, in einer Firma/Behörde, bezüglich der Gesundheit und im Kontext von schweren Schicksalsschlägen gewonnen werden. Durch diese neue Sichtweise können Lösungen gefunden werden, die auch ein leidvolles Schicksal wenden oder erleichtern können. Es geht bei einer Aufstellung also darum, andere
Sichtweisen zu erhalten auf das, was mein Leben und mein Verhalten in bestimmten
Situationen aus dem Unbewussten heraus prägt. Was ist es, was mich traurig,
krank, ängstlich, erfolglos, überschwänglich, gereizt, beziehungslos, todesmutig
usw. macht? Weshalb tue ich gewisse Dinge obwohl ich sie gar nicht müsste?
Weshalb tue ich gewisse Dinge nicht, obwohl ich sie müsste? Habe ich den
richtigen Platz im Familiensystem? Prägt das Schicksal einer anderen Person in
meiner Herkunftsfamilie mein Leben? Gleichbedeutende oder artverwandte Begriffe: Familienaufstellung, Aufstellung, Familienstellung, Organisationsstellen, Brettaufstellung, Figuren-/Objektaufstellung. Oftmals wird der Begriff "Familienstellen" als Synonym für Systemische Aufstellungen in Gruppenseminaren verwendet. Häufigste Formen von Aufstellungen: In Gruppenseminaren
In der Einzelsitzung: Alle obigen Themen, aber in anderer Form, nämlich zusammen mit dem Coach mittels
In der Unternehmensberatung: Mit Teams oder mit dem Auftraggeber alleine mittels Bodenankern, Symbolen, Figuren
Hier geht es meistens um Veränderungen in Struktur der Organisation, um Aspekte von Prozessen, Kultur. Dann aber auch im Strategiebereich um Geschäftsentscheidungen (Fusion, Abspaltung, neue Ausrichtung, etc.)
Das ist nur eine Auswahl der bekanntesten Bezeichnungen. Es gibt noch unzählige weitere Formen und Kombinationen, zB. mit anderen Therapieformen, zum Beispiel in der Psychokinesiologie, der Traumaarbeit oder dem Neuro-Imaginativen Gestalten. Wichtig erscheint mir, dass bei allen Formen nicht nur Probleme zwischen Menschen Gegenstand des Anliegens sein können, sondern auch abstrakte Themen, wie zum Beispiel Todesangst, Schüchternheit, Rückenschmerzen, Erfolglosigkeit Bei der Familienaufstellung geht es um Anliegen, welches eine individuelle Person betreffen, zum Beispiel Beziehungsprobleme, Ängste, Blockaden, Krankheit, Probleme am Arbeitsplatz. Die Person, welche ihr Anliegen gelöst haben möchte, muss jedoch davon betroffen sein (siehe auch wer kann eine Aufstellung haben). Organisationsaufstellungen: Hier geht es um das Thema, welches einen Betrieb, eine Abteilung oder ein Gremium als gesamtes betrifft. Ziel einer Organisationsaufstellung kann sein, einfacher zusammenzuarbeiten oder bessere Resultate zu erzielen. Organisationsaufstellungen basieren auf ähnlichen Grundlagen wie das Familienstellen, haben aber ein paar zentrale andere Aspekte, die vom Leiter zwingend gekannt und berücksicht werden müssen. Aufstellungen für Klein- und Familienbetriebe fallen in der Regel eher unter das Familienstellen. Brettaufstellungen werden auch als Figurenaufstellungen bezeichnet, weil sie auf einem Brett mit Figuren (Holzmanöggeli, Playmobil-Figuren, etc) gemacht werden. Diese Art Aufstellungsarbeit ist eine typische Form der Einzelberatung und für Klienten geeignet, welche aus bestimmten Gründen ihr Anliegen nicht in einem Gruppenseminar vorbringen und aufstellen möchten. An die Stelle des Seminarraums tritt meistens ein Brett, die Figuren dienen als Stellvertreter. Dabei entsteht ein intensiver Dialog mit dem Leiter und auch hier können gute Lösungen gefunden werden. Objektaufstellungen sind im Grundprinzip das selbe wie Brettaufstellungen, nur dass die Mittel breiter gewählt sind: Anstelle des Brettes kann ein ganzer Raum verwendet werden, statt Figuren können beliebige Objekte aus dem Fundus des Therapeuten dienen.
Männer und Familienstellen (Berufs- und Lösungsaufstellungen) Mehrheitlich sind es Frauen, welche am Familienstellen interessiert sind und sich zu Seminaren anmelden. Dabei sind Männer genauso Teil von Familiensystemen und haben eine ebenbürtige Rolle als Partner, als Vater und als Mann inne. Viele Frauen wünschen sich, dass ihre Männer ebenso Interesse am Familienstellen haben, weil sie es als Möglichkeit sehen, an so einem Seminar neue Impulse für die Ausgestaltung der Beziehung und gegebenenfalls Lösungsansätze für Paarkonflikte sehen. Glücklicherweise haben wir in unseren Seminaren oft einen vergleichsweise grossen Männeranteil. Als Mann und aus meiner eigenen ersten Erfahrung mit dem Familienstellen kann ich die Zurückhaltung der Männer nur zu gut verstehen. Eigentlich beschäftigen uns innerlich viel mehr Themen, als wir nach aussen zeigen. Klar, da wären wir ja Schwächlinge, wenn wir zugeben würden, dass wir vieles gar nicht so im Griff haben, oder dass wir unglaublich viel Energie verbrauchen, um unser nach aussen sorgfältig aufgebautes Image aufrechtzuerhalten. Denn wir haben gelernt: Du musst hart arbeiten, gute Noten nach Hause bringen, viele Tore im Fussball schiessen, Leistung erbringen, kräftig sein, weiterkommen – dann bist Du richtig, dann bist Du gut, dafür kriegst Du Anerkennung. Aber: Du darfst nicht schwach sein, auch nicht traurig, nicht verlieren und weinen liegt überhaupt nicht drin, du sollst keine Schmerzen haben, innere Schmerzen schon gar nicht. Auf die Zähne beissen ist angesagt – denn sonst bist Du kein Mann, sondern ein Schwächling, ein Versager, ein Weichei. Im Mix zwischen Beruf, Familie, Partnerschaft, Erziehung und eigenen Bedürfnissen wird es dann zunehmend schwierig, dem vermeintlich optimalen Bild des zielorientierten, hart arbeitenden und erfolgreichen Berufsmann, des verständnisvollen und zärtlichen Ehemanns, dem fürsorglichen und liebevollen Vater zu entsprechen…. Dabei hätte man(n) auch mal eine Schulter zum Anlehnen und Streicheleinheiten nötig! Und deshalb sperren wir Männer oftmals Themen aus, die uns verunsichern. Wo wir nicht "unseren Mann stehen können" - bei denen die eingeschliffenen Muster nicht greifen. Wenn es um Gefühle geht und darum, unser wirkliches Befinden auszudrücken, dann wird es vielfach schwierig. Woher sollen wir denn wissen, dass das o.k. ist? Was wurde uns vorgelebt? Welche Unterstützung haben wir wirklich erlebt beim "Mann-Werden"? Deshalb sind gerade Familienstellen-Seminare eine riesige Chance für Männer: Sie sind nicht an irgendwelchen höheren Lebensweisheiten ausgerichtet, sondern die Anliegen sind reale Themen aus dem Leben der Teilnehmenden, die Aufstellungen sind lösungsorientiert und es gibt eindrückliche Impulse für das eigene Leben. Der Rahmen unserer Seminare ist „Du bist richtig wie Du bist“ - für jeden Teilnehmer. In diesem urteilsfreien Ambiente können andere Sichtweisen erst möglich werden - zudem ermöglichen sich gute Gespräche und wertvolle Begegnungen mit den anderen Teilnehmern. Mit dem Familienstellen können Männer entscheidende Einblicke haben, welche sie weiterbringen. Sie können sehen, welche Entwicklungschancen in der Partnerschaft, in der Erziehung und in der Gestaltung des eigenen Lebens bereit liegen. Ich freue mich, Dich in einem unserer Seminare begrüssen zu
dürfen – von Mann zu Mann PS: Familien-, Berufs- und Lösungsaufstellungen können auch in Einzelsitzungen - oder ihm Rahmen eines begleitenden persönlichen Coachings erfolgen.
Aufstellungsseminare in der Gruppe Die meisten Aufstellungsseminare dauern ein bis vier Tage. Vereinzelt gibt es auch Seminare am Abend. Man trifft sich in einer Gruppe ab acht bis zehn Personen in einem geeigneten Raum an einem geeigneten Ort. An einem typischen Aufstellungstag finden vier bis sechs Aufstellungen statt. Es gibt aber auch Therapeuten, welche noch viel mehr Aufstellungen an einem Tag machen. Der Seminarverlauf ist abhängig von
Ein viel gestellte Frage ist, ob ein kurzes oder längeres Seminar „besser“ ist. Hier ein paar Fragen, die eine interessierte Person im Vorfeld klären und auf Übereinstimmung mit seinen Bedürfnissen, Wünschen, Möglichkeiten und Vorlieben überprüfen sollte.
Mitwirkende an einer Aufstellung in einem Aufstellungsseminar Der Klient/Die Klientin
Der/Die Aufstellungsleiter/in
Die Stellvertreter/Innen (oft auch Beobachter/Innen genannt)
Ablauf einer Aufstellung (beispielhaft)
Wer kann eine Aufstellung haben? In der Regel verlangen die Therapeuten von den Klienten, dass sie volljährig und in der Lage sind, die Verantwortung für sich selbst zu tragen. Eine normale psychische Belastbarkeit wird vorausgesetzt. Wenn Sie Medikamente nehmen, in ärztlicher oder psychiatrischer Behandlung sind, sollten Sie dies schon bei der Anmeldung mit dem Seminarleiter besprechen. Grundsätzlich kann jede Person eine Aufstellung haben, wenn sie damit ein eigenes Thema betrachten möchte, von dem die Person selbst betroffen ist. Zum Beispiel: Häufiges Scheitern meiner Beziehungen Für jemand anderen eine Aufstellung machen wollen ohne dass man selbst direkt betroffen ist, wird von einem seriösen Therapeuten klar abgelehnt. Beispiel: Meine ältere Schwester hat ein so schwaches Selbstbewusstsein. Selbstverständlich können jedoch Eltern für ihre Kinder eine Aufstellung machen.
Wer kann eine Aufstellung leiten? Therapeuten, die über eine fundierte Ausbildung verfügen und verantwortungsvoll mit dem Klienten umgehen. Dabei ist es meines Erachtens essenziell, dass der Therapeut selbst an seinen eigenen „Themen“ aktiv gearbeitet hat (und es laufend tut). Familienstellen hat nicht nur mit dem Kennen der Materie und der Prozessarbeit zu tun, sondern auch mit einer entsprechenden Haltung des Therapeuten:
Wie wähle ich einen Aufstellungsleiter/eine Aufstellungsleiterin? Es gibt in der Branche der Familienaufsteller viele Therapeuten und Seminarleiter, welche ein paar Bücher von Bert Hellinger (oder anderen bekannten Exponenten) gelesen und an ein paar Seminaren teilgenommen haben. Diese haben möglicherweise - wie oben beschrieben - die «Mechanik» des Familienstellens mitbekommen, aber nicht die Essenz. Erkundigen Sie sich deshalb vor einer Anmeldung persönlich/telefonisch nach
Und das wichtigste, wenn Sie die Person noch nicht kennen: Besuchen Sie ein Seminar als Stellvertreter/In, (oder Beobachter/In) und machen Sie sich so ein eigenes Bild.
Welche Themen können mittels einer Aufstellung betrachtet und einer Lösung zugeführt werden? Einfach gesagt können Sie jedes Problem, jedes Thema aufstellen, sofern Sie persönlich oder Ihre Kinder davon betroffen sind. Hier eine (unvollständige) Liste von möglichen Themen:
Mögliche Fragestellungen über meine
Herkunftsfamilie
Zur systematischen Erfassung dieser Aussagen eignet sich auch ein Genogramm
Hier möchten wir Ihnen die Anleitung zur Erstellung eines eigenen Genogramms anbieten. Dieses wird in unserem Vortrag «Einführung in das Familienstellen» (siehe Abendveranstaltungen) genau erläutert. Ein sogenanntes «Genogramm» ist eine grafische Darstellung von biologischen und juristischen Informationen über eine Familie und geht über einen herkömmlichen Familien-Stammbaum hinaus. Mit einem Genogramm können Sie die Geschichte Ihrer Familie - also die Geschichte Ihrer eigenen Wurzeln - systematisch dokumentieren. Es kann Ihnen bei verschiedenen à Fragestellungen helfen, die Uebersicht zu behalten. Das Dokument ist selbsterklärend aufgebaut und mit Beispielen versehen, es sollte also keine Schwierigkeiten bieten. Bei Fragen zögern Sie aber bitte nicht, uns zu kontaktieren, wir helfen Ihnen gerne weiter. Genogramm-Anleitung als PDF hier
Presseartikel im «Sarganserländer» über unseren Abendvortrag vom 9.1.2007 Presseartikel als PDF hier
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